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„MITTeinander in Hüllhorst e.V.“

M für Menschlichkeit I für Integration T für Toleranz T für Teilhabe

LEITSATZ

„MITTeinander in Hüllhorst e.V.“ ist Teil einer weltweiten Bewegung von Menschen, die sich für andere Menschen engagiert. Als Zeichen der Menschlichkeit setzen wir uns für den Schutz, das friedliche Zusammenleben und die Achtung und Wahrung der Würde aller Menschen ein. Wir pflegen den partnerschaftlichen Umgang miteinander und zeigen uns überall dort solidarisch, wo es Ausgrenzung, Diskriminierung oder ähnliche Nöte und Sorgen gibt.

Vom Ursprung bis heute

Eine Weihnachtsfeier für Geflüchtete im Jahr 2013 fand in den Unterkünften im Ahornweg statt und bildete den Anfang, der sich schnell zum Integrationsnetzwerk Hüllhorst entwickelte. Ab dem Jahr 2015 wurde die Anzahl der Zugewanderten kontinuierlich größer. Das hat viele Ehrenamtliche veranlasst, ganz unbürokratisch aktiv zu werden und spontan zu helfen.


Unser Verein hat sich im Jahr 2021 aus diesem ursprünglichen Bündnis Ehrenamtlicher weiterentwickelt und sich mit anderen Ehrenamtlichen zusammengeschlossen. Da sich die Lebenssituationen der Menschen vielfältig verändert, wird der Verein sich auch dafür weiter öffnen.

„MITTeinander in Hüllhorst e.V.“ wird bei der Gründung durch zwei Säulen getragen, die das Miteinander in Hüllhorst prägen und gemeinsam weiterentwickeln: Das Integrationsnetzwerk (ehemalige Flüchtlingshilfe) sowie die FairTradeGruppe.

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LEITLINIEN

Menschlichkeit
„Solange uns die Menschlichkeit miteinander verbindet, ist egal, was uns trennt.“

(Ernst Ferstl, *1955)

Wir setzen uns als Zeichen der Menschlichkeit für den Schutz des friedlichen Zusammenlebens und die Würde aller Menschen in Hüllhorst ein. Für die Mitglieder des Vereins ist es selbstverständlich, achtsam und empathisch miteinander umzugehen und Respekt und Rücksichtnahme zu leben. 
Unsere Wurzeln sind sowohl die christliche Nächstenliebe als auch der Humanismus. Wo Ungleichheit, Diskriminierung und Hass herrschen, setzen wir unsere Solidarität mit den Schwächsten entgegen. 
 
Die FairTrade-Bewegung in Hüllhorst ist eine der beiden Säulen unseres Vereins. Gemeinsam thematisieren wir Handelsungerechtigkeit und verdeutlichen, wie Fair Trade das Leben der Menschen in den Anbauländern verbessern kann. Das, was in der Theorie auf UN-Ebene beschlossen wird, setzen viele Städte und Gemeinden - wie Hüllhorst - vor Ort um.


Deshalb begrüßen wir auch die Umsetzung der Gemeinde Hüllhorst, eine FairTrade-Kommune zu sein: „Global denken, lokal handeln“.
 


Integration
„Humanes Zusammenleben, Integration, braucht zuerst und vor allem Raum in den Köpfen und Herzen der Menschen.“

(Richard von Weizsäcker, 1920-2015)

Wir stehen für eine Gesellschaft in unserer Gemeinde ein, die die Würde aller seiner
Bewohner*innen achtet und schützt. Zugewanderte Menschen sollen in Hüllhorst mit den gleichen Chancen wie Einheimische leben können - ohne Angst vor Ausgrenzung und Diskriminierung.

 

Auf der Basis des Grundgesetzes leisten wir einen aktiven Beitrag zur Integration von Zugewanderten und Geflüchteten. Deshalb führen die Ehrenamtlichen des bisherigen Integrationsnetzwerkes Hüllhorst ihre Mitarbeit als zweite Säule des Vereins weiter.

Toleranz
„Niemand wird mit dem Hass auf andere Menschen wegen ihrer Hautfarbe, ethnischen Herkunft oder Religion geboren. Hass wird gelernt. Und wenn man Hass lernen kann, kann man auch lernen zu lieben. Denn Liebe ist ein viel natürlicheres Empfinden im Herzen eines Menschen als ihr Gegenteil.“

(Nelson Mandela, 1918-2013)

Die Mitglieder des Vereins „MITTeinander in Hüllhorst“ stehen für eine tolerante und weltoffene Gesellschaft ein, welche auf ein demokratisches, solidarisches und chancengleiches Miteinander setzt. Rechtspopulistischen und menschenfeindlichen Entwicklungen treten wir aktiv und gewaltfrei entgegen. Wir unterstützen Protestbewegungen wie die Demonstrationen unter dem Titel „Hüllhorst ist bunt“.

 

Die freiheitlich-demokratische Grundordnung garantiert die Unantastbarkeit der demokratischen Ordnung und die obersten Grundwerte, wie die Würde jedes Einzelnen. Alle Menschen sind frei und vor dem Gesetz gleich.


Wir sehen auch in der Integration von Zugewanderten eine tragende Säule der Gesellschaft, die sich durch ein demokratisches, solidarisches und chancengleiches Miteinander auszeichnet.


Teilhabe
"Demokratie heißt, sich in seine eigenen Angelegenheiten einzumischen.”

(Max Frisch, 1911-1991)
Der Teilhabe-Gedanke prägt alle Bereiche des Vereins „MITTeinander in Hüllhorst e.V.“. Beiden Vereins-Säulen ist eines gemeinsam: der unbedingte Wille und das Engagement, sich für die Mitmenschen einzusetzen, die Hilfe und Unterstützung im Alltag benötigen.

Unser Ziel ist es unter anderem, ganz konkret auf widrige Lebensumstände schnellstmöglich adäquat zu reagieren, Hilfsangebote zu formulieren und Mitstreiter*innen zu akquirieren. Doch auch der ganz normale Alltag, das selbstverständliche Miteinander, wird von uns durch eigene Projektangebote – auch in Kooperation mit anderen Organisationen – gepflegt und lebendig.


Bei der Identifizierung und Ermittlung von Bedarfen sind wir auf die Mitwirkung der Vereine, Organisationen, Institutionen, Gemeindeverwaltung und Bevölkerung angewiesen. Wir sehen uns daher als Unterstützende bei der Verwirklichung humanitärer Angebote. Im Rahmen unserer ehrenamtlichen Tätigkeiten und Möglichkeiten wollen wir die Vereinsziele kontinuierlich weiterentwickeln und aktuellen Lebensumständen
anpassen.


Ohne Unterschied wollen wir alle Hüllhorster*innen in gleicher Weise unterstützen und ihnen die Mitwirkung im Verein ermöglichen - ohne Ansehen der Nationalität, der Herkunft, der Religion, des Geschlechts, der sozialen Stellung oder der demokratisch-politischen Gesinnung. Wir agieren überparteilich.


Unsere verfügbaren Mittel setzen wir nach Maß der Not und der Dringlichkeit ein. Hilfe zur Selbsthilfe ist bei allen Aktivitäten ein wesentliches Ziel unserer freiwilligen und ehrenamtlichen Arbeit.

Positionspapier zur Interkulturellen Öffnung in der Gemeinde Hüllhorst

Internes Arbeitspapier für den „Arbeitskreis Integrationskonzept“ des Integrationsnetzwerkes

1. Ehrenamtliche Arbeit im Integrationsnetzwerk Hüllhorst

Seit Februar 2014 haben die Ehrenamtlichen des “Integrations-Netzwerkes Hüllhorst“ für die Versorgung geflüchteter Menschen durch Patenschaften, Begleitungen, Sprachkurse,Nachhilfeunterricht, Berufsbegleitung,Wohnungssuche, Nähkurse und das Betreiben einer Fahrradwerkstatt und einer Kleiderkammerin der Gemeinde Hüllhorst bereits großes Engagement gezeigt.

 

Durch diese verlässliche Arbeit der Ehrenamtlichen konnte die hauptamtliche Integrationsarbeit, insbesondere die des Integrationsbeauftragten der Gemeinde Hüllhorst, entlastet und ergänzt werden. (sh. Gesamtplan der Angebote/Maßnahmen der Ehrenamtlichen)

 

2. Rat der Gemeinde Hüllhorst hat Resolution verabschiedet

Am 17. Juni 2020 hat der Rat der Gemeinde Hüllhorst einstimmig die „Resolution für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ beschlossen. Die Resolution fordert dazu auf – insbesondere auch in diesen schwierigen Zeiten – gegen jede Form von Rassismus und Ausgrenzung und als Gesellschaft zusammen zu stehen. Der Deutsche Städtetag empfiehlt allen Städten und Gemeinden durch diverse Aktivitäten dieses Bekenntnis zu unterstreichen.Gemäß der Beschlussvorlage vom 17. Juni 2020 wird die Umsetzung dieser Resolution in Hüllhorst mit den im Rat vertretenen Parteien abgestimmt.

 

3. Integrationsnetzwerk ergreift Umsetzungsinitiative

Passend zum Beschluss des Rates ergreift das jetzt die Initiative:

 

3.1. Vereinsgründung

Um den Integrationsprozess aller Neubürger*innen auch weiterhin verlässlich begleiten und aufrechterhalten zu können, soll die Arbeit zukünftig in einem organisiert werden. Damit erlangt das Netzwerk den Status der Gemeinnützigkeit und eine eigene Rechtsfähigkeit.

 

 MITTeinander in Hüllhorst e.V.“

Verein für Menschlichkeit, Integration, Toleranz und Teilhabe

 

soll Menschen vereinen, die sich für ein aller Bürger*innen in der Gemeinde Hüllhorst stark machen.

 

3.2. Ausweitung der Förderung

Der Verein weitet die bisher vom Integrationsnetzwerk betriebene Förderung aus. Zwecke des Vereins werden
 

  •  Förderung der Hilfe für Menschen, die wegen ihrer politischen Einstellung, ihrer ethnischen Zugehörigkeit, ihrer sexuellen Orientierung oder ihrer religiösen Ausrichtung verfolgt werden und für geflüchtete Menschen.

  • Förderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens.

  • Förderung des bürgerschaftlichen Engagements zugunsten gemeinnütziger, mildtätiger und kirchlicher Zwecke.

Dabei wird die Arbeit der Fair Trade-Gruppe Hüllhorst integriert. Sie soll zukünftig eine Säule im neuen Verein bilden.  Sie hat die Gemeinde Hüllhorst bei dem Ziel unterstützt, Fairtrade-Kommune zu werden. Sie thematisiert  Handelsungerechtigkeit und verdeutlicht anschaulich, wie Fair Trade das Leben der Menschen in den Anbauländern verbessern kann. „Global denken, lokal handeln“.

Der Verein möchte zukünftig auch Menschen fördern, die infolge ihrer persönlichen Lebenssituation auf Unterstützung angewiesen sind. Dies kann durch Hilfestellungen im Alltag und präventive Angebote, die zur Bewältigung der Probleme beitragen, geschehen.

Das Leitbild des Vereins beschreibt mit dem Leitsatz und den Leitlinien wofür der Verein steht und welche Werte er seiner Arbeit zu Grunde legt.

 

3.3. Interkulturelle Öffnung in der Gemeinde Hüllhorst

Wir wollen eine interkulturelle Öffnung gemäß der verabschiedeten „Resolution für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ erreichen. Für die Umsetzung der Resolution ist ein Prozess der Interkulturellen Öffnung notwendig. Dadurch haben Verwaltung, Organisationen und Betriebe die Chance sich nachhaltig zu wandeln.

Die zentrale Frage: Was braucht es für eine mittel- und langfristig erfolgreiche Integration von Geflüchteten/Migrant*innen und ein interkulturelles  Zusammenleben aller Bürger*innen der Gemeinde Hüllhorst?

Die interkulturelle Öffnung ist die passende Antwort auf diese Frage sowie auf weitere aktuelle und zukünftige Bedarfe in der Gemeinde Hüllhorst.

Das Ziel: Alle profitieren – Verbesserung des Gemeinwohls

Sowohl Zuwanderer*innen als auch die Mehrheitsbevölkerung mit ihren unterschiedlichen Anspruchsgruppen (z.B. ältere Menschen, Kinder und Jugendliche, Menschen mit geringem Einkommen, etc.) profitieren. Die Interkulturelle Öffnung hilft der gesamten Gemeinde, allen Bürger*innen, gibt Leitlinien, stärkt Zusammenhalt, setzt sich gegen Diskriminierung und für sozialen Frieden ein und stärkt Chancengleichheit.

Der Weg: ganzheitlich und gemeinsam in kommunaler Verantwortung

Als Basis zur Orientierung für alle Bürger*innen, der Politik und der Verwaltung sollte in der Gemeinde Hüllhorst ein Prozess initiiert werden, der die Bedarfe ermittelt und Maßnahmen konzipiert. Dieser Prozess muss in der Verantwortung der Gemeindeverwaltung liegen und von ihr organisiert werden. Dazu empfiehlt sich die Berufung einer Steuerungsgruppe.

Wichtig für die spätere Akzeptanz ist, dass der einzuleitende Prozess auf eine breite Beteiligung der Hüllhorster Bürger*innen angelegt ist. Hüllhorster aus allen Generationen, vielen Kulturen und allen Gruppen, Vereinigungen, Initiativen, Einrichtungen und den Akteuren der Wirtschaft sollen an diesem Prozess beteiligt sein.  Die bereits erfolgreiche Integrationsarbeit im Haupt- sowie im Ehrenamt wird ganzheitlich verstanden und in die interkulturelle Öffnung integriert. Der Verein will den Prozess der interkulturellen Öffnung der Gemeinde, sowie die Umsetzung der verabschiedeten „Resolution für Demokratie, Toleranz und Weltoffenheit“ unterstützen.

 

3.4. Hüllhorst braucht ein  Begegnungszentrum

Für die Erfüllung der vorstehenden Förderzwecke ist ein zentrales Begegnungszentrum in Hüllhorst erforderlich.

Das Begegnungszentrum soll ein Ort werden, an denen das Miteinander der Generationen aktiv gelebt wird. Jede und Jeder ist willkommen. Der generationenübergreifende Ansatz soll gelebt werden: Jüngere helfen Älteren und umgekehrt.

 

Das Begegnungszentrum bietet Raum für gemeinsame Aktivitäten und schafft ein nachbarschaftliches Miteinander in der Kommune. Es steht allen Menschen offen. Das Begegnungszentrum soll Heimat des Vereins sein. Eine Adresse, eine Anlaufstelle, ein Ort, an dem alle Säulen des Vereins zusammenkommen und die unterschiedlichen Bereiche unter einem Dach gebündelt werden.

Die Besonderheit des Begegnungszentrums liegt in der Bündelung verschiedener Angebote für alle unabhängig von Alter oder Herkunft.

 

Ein Begegnungszentrum in Hüllhorst soll dazu beitragen,

  • eine nachhaltige soziale Infrastruktur aufzubauen,

  • die unterschiedlichsten Aufgaben unter einem Dach zu bündeln,

  • die Angebote im kommunalen Raum durch Zusammenarbeit mit vielen Kooperationspartnern übersichtlicher zu gestalten und besser zu koordinieren,

  • für die Bedürfnisse der Gemeinde Hüllhorst passgenaue Antworten zu finden und

  • gute Entwicklungschancen und

  • faire Teilhabemöglichkeiten für alle in Hüllhorst lebenden Menschen zu ermöglichen.

 

Hier soll das bürgerschaftliche Engagement gestärkt werden.

 

3.5. Seminarraum für Kursangebot wird dringend benötigt

Es ist das Ziel Integrationskurse, berufsbezogene Sprachkurse und Sprachförderung für Ausbildung und Beschäftigung von geflüchteten Menschen am Standort Hüllhorst stattfinden zu lassen.

Dafür wird ein Seminarraum benötigt, der auf Dauer und ganztägig zur Verfügung steht.  Bei der Raumdisposition muss eine Verlässlichkeit gegeben sein. Träger, wie die Agentur für Arbeit und das Jobcenter, würden bei negativen Erfahrungen sonst keine Kurse mehr am Standort Hüllhorst stattfinden lassen. Als Folge entständen ein erheblicher Mehraufwand und eine höhere Eingangsschwelle für mögliche Hüllhorster Teilnehmer, da solche Seminare dann nicht mehr in Hüllhorst stattfinden würden.

Dieser Seminarraum sollte langfristig ein Teil im Begegnungszentrum sein.

Für die vorstehenden Maßnahmen wünschen wir uns die volle Unterstützung vom Rat und der Verwaltung der Gemeinde Hüllhorst.

4. Kooperation für friedliches Zusammenleben und Verantwortung 

Bei allen Vorhaben sucht der Verein die Kooperation mit den bestehenden Organisationen und Initiativen in der Gemeinde Hüllhorst. Das Angebot soll nicht im Wettbewerb zu den Angeboten Anderer in der Gemeinde Hüllhorst stehen. Es ist als Ergänzung bzw. Neuerung zu verstehen und lädt alle zum Mitmachen ein.

Wir streben an, das Gemeindemotto „Hüllhorst, Leben in guter Atmosphäre“ mit neuen Inhalten zu ergänzen.

Wir wollen das friedliche Zusammenleben gestalten und Konflikten vorbeugen. Rechtspopulistischen und menschenfeindlichen Entwicklungen treten wir aktiv und gewaltfrei entgegen.

Menschen sind dann in unserer Gesellschaft integriert, wenn sie nicht nur mitspielen dürfen, sondern Verantwortung übernehmen können und vom Hilfeempfänger zum aktiven Teil unserer Gesellschaft werden.

Wir rufen deshalb alle Bürger*innen, Vereine, Firmen und Einrichtungen der Gemeinde Hüllhorst zur Mitwirkung und Unterstützung auf. Wir suchen Verbündete unabhängig von Herkunft und in allen Altersgruppen. Es werden Mitarbeitende aber auch Sponsoren gesucht.

Werden Sie Mitglied bei „MITTeinander in Hüllhorst e.V.“, Verein für Menschlichkeit, Integration, Toleranz und Teilhabe.

Hüllhorst, im April 2021

Integrationsnetzwerk Hüllhorst