INTEGRATIONSKONZEPT

DER GEMEINDE HÜLLHORST

Wir in der Gemeinde Hüllhorst bearbeiten zusammen mit dem Verein MITTeinander in Hüllhorst und dem Kommunalen Integrationszentrum des Kreises Minden-Lübbecke unser Integrationskonzept  und werden das Konzept nach der Bearbeitung veröffentlichen.....

Interview mit dem Integrationsbeauftragten über die Integrationsarbeit in 2021 und 2022

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Nicht nur Leben, sondern miteinander leben in Hüllhorst

Dass die Integrationsarbeit in Hüllhorst gut läuft, ist über die Grenzen des Kreises hinaus bekannt. So wurde bei einem Online-Seminar einer Stiftung mit Teilnehmenden aus über 100 Kommunen Hüllhorst als gutes Beispiel genannt und ausführlich über die Bewegung in Hüllhorst berichtet. Das Ganze hat drei Gründe: Zum einen das große Engagement der Ehrenamtlichen, zum anderen die Kompetenz und der große Einsatz des Integrationsbeauftragten der Gemeinde Hüllhorst, Kahraman Tsikha, und zum dritten die gute Kooperation zwischen den Ehrenamtlichen und dem Hauptamtlichen. Kahraman Tsikha stammt aus Syrien, hat in Moskau studiert und ist Diplomierter Bauingenieur. 2001 kam er nach Deutschland, ist verheiratet und hat zwei Kinder. Seit 2016 arbeitet er als Integrationsbeauftragter der Gemeinde Hüllhorst. Mit ihm sprach Frank Buhlmann über die Entwicklungen in 2021 und über einen Ausblick auf die Arbeit in 2022.

Kommen eigentlich noch geflüchtete Menschen nach Hüllhorst?

KT: In 2021 sind 23 neue geflüchtete Menschen nach Hüllhorst gekommen. Insgesamt haben wir Menschen aus 28 Ländern zu betreuen. Die meisten kommen jedoch aus Syrien, der Türkei und aus Ländern der ehemaligen Sowjetunion.

Hat sich die Arbeit in den letzten 5 Jahren gewandelt?

KT: Ja, natürlich. Wir unterscheiden drei verschiedene Dimensionen in der Arbeit mit geflüchteten Menschen. In der ersten Phase, das betrifft mindestens die Jahre 2015 und 2016, ging es ums Ankommen in Deutschland, um die Versorgung der Menschen mit Kleidung, Wohnung, Krankenversicherung und Beantragung eines Bankkontos.

Aber es reicht nicht, die Menschen nur zu versorgen. Nicht ohne Grund hat sich die „Flüchtlingshilfe“ nach einigen Jahren umbenannt in „Integrationshilfe“.

Die zweite Phase, in der wir uns jetzt befinden, können wir als „Integration als Teilhabe“ bezeichnen. Durch die vielen Menschen mit ausländischen Wurzeln hat sich unsere Gesellschaft verändert. Und die Mehrheitsgesellschaft muss die Vielfalt wahrnehmen und als Bereicherung anerkennen. Es geht um die interkulturelle Öffnung aller Institutionen, angefangen bei den kommunalen Verwaltungen über die Schulen und die Agentur für Arbeit bis hin zu den Krankenkassen. Unser Ziel ist aber die dritte Phase, in der es um eine gemeinsame Identität geht. Bei allen Unterschieden ist das Ziel, dass wir uns alle als Hüllhorster*innen fühlen.

In der Coronazeit ist vieles liegen geblieben. Waren 2020 und 2021 verlorene Zeiten für die Integration?

KT: Wir haben die Zeit zu nutzen gewusst. Natürlich haben Lockdown und das Abstandsgebot die Treffen mit den geflüchteten Menschen vielfach verhindert. Aber seit Dezember treffen wir uns wieder in der Teestube unter 3G-Bedingungen. Ein Gewinn waren sicher die zahlreichen Online-Veranstaltungen mit den engagierten Ehrenamtlichen, die wir durchführen konnten. Zum einen ging es um die Fortbildung zum Ehrenamts-Managment und zum anderen um die Vorbereitungen zur Vereinsgründung von „MITTeinander in Hüllhorst“. Die Seminare zur Interkulturellen Kompetenzentwicklung und zur Interkulturellen Öffnung fand unter fachlicher Begleitung statt. Wir wurden gecoacht von Tim-Simon Rahnenführer vom Verein Arbeit und Leben. Die Ehrenamtlichen, die sich regelmäßig zum Lenkungskreis getroffen haben, wollten mehr Strukturen in ihrer Arbeit, wie sie durch die Gründung eines Vereins möglich werden. Wichtig war, dass es nicht nur ein paar Leute waren, die den Verein unterstützen, sondern dass bereits die Gründung auf breite Beine gestellt wurde. Von der Fair-Trade-Gruppe kamen hinzu: meine Kollegin Julia Bachmann, Jutta Klare-Steinbrink, Bernhard Laabs, Anja Schweppe-Rahe und mein Kollege Dirk Oermann. Aus der Integrationshilfe kam die Gruppe um Marlies Rahe hinzu mit Martina und Frank Buhlmann, Jutta Klare-Steinbrink, Jürgen Kreimeier, Dirk Lefarth, meinem Kollegen Peter Lücking, Kristina Schnelle, Anja Schweppe-Rahe, Marlies Selig und Katrin Weber, die sich schon seit vielen Jahren für geflüchtete Menschen engagieren. Aber auch neue Unterstützende kamen im letzten Jahr hinzu wie Danny Dietrich, unser Bürgermeister Michael Kasche und Sara Lücking.

Wir haben sehr konzentriert arbeiten können. So sind ein Leitbild des Vereins, ein Positionspapier und die Satzung entstanden, nachzulesen unter www.miteinander-huellhorst.de/verein. Außerdem konnten wir im Sommer eine Info-Veranstaltung zur Vereinsgründung durchführen und an der Vereinsgründung im Oktober haben 72 Personen teilgenommen. Die Vereinsgründung hat der Bewegung noch mal einen neuen Schub gegeben.

Wie passt zum Verein MITTeinander der Zweig von Fair-Trade?

KT: Das Anliegen des Fair Team ist es, auf die Wichtigkeit und Notwendigkeit des fairen Handels aufmerksam zu machen. Menschen überall auf der Welt müssen von ihrer Arbeit leben und sich Bildung leisten können. Dabei brauchen sie Unterstützung und Förderung. Global denken, lokal handeln dieses Motto von Fair-Trade passt gut zu dem Verein MITTeinander, mit dem wir unsere Aktivitäten auf breiterer Basis fortführen können.

Können Sie sich erklären, warum die Integration in Hüllhorst kein Konfliktthema ist und so breite Unterstützung erfährt?

KT: Das stimmt. Hüllhorst hat auch die niedrigste Kriminalitätsquote in Bezug auf geflüchtete Menschen im Altkreis Lübbecke. Verein und Bewegung sind ein Team. Wir arbeiten von Beginn an sehr gut zusammen und ergänzen uns. Ich schaue sehr positiv in die Zukunft und in das neue Jahr.

Letzte Frage: Was stimmt Sie so optimistisch?

KT: Wir sind auf einem guten Weg. Immer mehr Menschen sind geimpft und ich hoffe, dass die Beeinträchtigungen durch Corona zurück gehen werden. Durch die Vereinsgründung kommen neue Menschen zu uns, die sich engagieren möchten. Und wir haben in der Mitte von Hüllhorst einen Ort für unser Begegnungszentrum gefunden. Wir konnten von der Evang. Kirchengemeinde Hüllhorst-Oberbauerschaft Räume im Gemeindehaus am Eickhof anmieten. Dort haben wir Platz für unsere Kindergruppe, für die Nähgruppe, den geplanten Kochtreff und die Teestube. Begegnungszentrum bedeutet: Wir machen da nicht nur etwas für die geflüchteten Menschen, sondern wir hoffen auf Begegnungen mit Einheimischen. Ich wünsche mir, dass wir in Hüllhorst nicht nur in guten Atmosphäre leben, sondern dass wir miteinander in guten Atmosphäre leben. Wer gerne mit uns kochen möchte oder gut nähen kann, oder das Nähen lerne möchte, ist herzlich willkommen. Montag nachmittags findet unten im Gemeindehaus unsere Teestube statt. Kommen Sie doch einfach mal vorbei zum Schauen und Sprechen. Ich freue mich auf Sie.

01 // SPRACHKURSE

Viele Flüchtlinge können inzwischen offizielle Sprachkurse besuchen. Diejenigen, die keinen Anspruch auf einen Integrationskurs haben, werden von ehrenamtlichen LehrerInnen unterrichtet.

Auch Frauen, die wegen ihrer kleinen Kinder an einem offiziellen Sprachkurs nicht teilnehmen können, haben die Möglichkeit, mit Ihren Kindern diese ehrenamtlichen Kurse zu besuchen.

Wir stärken das
Zusammengehörigkeitsgefühl in der gemeinde von
anfang an!

02 // KOMM AN-PROJEKT

Der Inhalt wird neu bearbeitet.

03 // LAUFENDE PROJEKTE

Begegnungszentrum im Gemeindehaus Eickhoff 12 in Hüllhorst:

Ein Treffpunkt für Geflüchtete, Einheimische und Interessierte, um...

1.  das interkulturelle Miteinander fördern.

2.  Strukturen für Begegnungen schaffen.

3.  die soziale Teilhabe von geflüchteten Menschen fördern.

4.  Informationen und Beratung zu erhalten.

Griffbereit 
Eltern und Kinder entdecken gemeinsam Spiel und Sprache:
 
  • Förderung des Deutschen als Zweitsprache und der  Erstsprache

  • gezielte Verbesserung der Eltern-Kind-Interaktion

  • Förderung der allgemeinen Entwicklung der Kinder

  • Stärkung der Erziehungs- und Sozialisationskompetenz der  Eltern

  • 7-12 Elternteile mit ihren Kindern.

Mehrsprachiges Plakat

04 // FIM MASSNAHMEN

•Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge

•dabei können die Teilnehmenden die Grundregeln des gesellschaftlichen Lebens in Deutschland kennenlernen.

• Gleichzeitig leisten sie einen Beitrag zum

       Gemeinwohl.

•die in den Arbeitsgelegenheiten gewonnenen Erkenntnisse über die Fähigkeiten und Kenntnisse der Teilnehmend können später für weiterführende Maßnahmen zur Integration bzw. Arbeitsförderung genutzt werden.